Anlässlich des 50. Todestages Theodor W. Adornos werden zwei Konferenzen ausgerichtet, die sich mit einem breiten Spektrum an Gedanken und Fragestellungen des Philosophen auseinandersetzen. Die Tagung MUSIK, SCHRIFT, DIFFERENZ vom 3. bis 5. April 2019 wird von der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien im Rahmen des Forschungsprojektes „Writing Music“ organisiert und findet im Arnold Schönberg Center in Wien statt.

Die Fondazione Giorgio Cini (Venedig) und die Accademia Musicale Chigiana (Siena) veranstalten vom 21. bis 23. November 2019 die Konferenz THE MEDIATIONS OF MUSIC: THEODOR W. ADORNO’S CRITICAL MUSICOLOGY TODAY in Siena. Adornos Buch Zu einer Theorie der musikalischen Reproduktion, das im Zentrum der Wiener Konferenz steht, wird auch ein Schwerpunkt der Tagung in Siena sein, die von Gianmario Borio unter Mitarbeit von Stefano Jacoviello, Nicola Sani and Stefano Velotti koordiniert wird. Das Verhältnis von Zeichen und Klang soll ebenso untersucht werden wie die Vermittlungen der Musik durch mechanische Reproduktion und elektronische Technologien.

MUSIK, SCHRIFT, DIFFERENZ – EINE INTERDISZIPLINÄRE LEKTÜRE VON ADORNOS THEORIE DER MUSIKALISCHEN REPRODUKTION

3. – 5. April 2019, Wien, Arnold Schönberg Center

Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg und die Wiener Schule am Institut für Musikwissenschaft und Interpretationsforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen in Kooperation mit dem Arnold Schönberg Center Wien

In Theodor W. Adornos Fragment gebliebener Abhandlung Zu einer Theorie der musikalischen Reproduktion sind zahlreiche Überlegungen zu einer Theorie der musikalischen Schrift versammelt, die sich in einer aktualisierenden Lektüre als vielseitig anschlussfähig (z.B. an gegenwärtige Schriftdiskurse) erweisen können. Adornos Reflexionen sind dabei in Hinblick auf folgende Fragen zu überprüfen, zu konkretisieren und zu modifizieren: Was macht musikalische Schrift überhaupt aus, wo liegen ihre Potenziale, wo ihre Begrenzungen? Welche Eigenschaften kennzeichnen das Medium des Klangs? Und was passiert, wenn das ephemere Klangliche verräumlicht wird? Welche Prozesse prägen demgegenüber das Musikmachen?  

Vor dem Hintergrund neuer Impulse der interdisziplinären Schriftforschung möchten wir dazu einladen, Adornos Überlegungen zur musikalischen Reproduktion zu reflektieren und produktiv weiterzudenken.

Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Organisation:
Matteo Nanni (Gießen), Nikolaus Urbanek (Wien), Julia Freund geb. Zupancic (Gießen)